Die KFZ-Steuer gehört in Deutschland zu den unbeliebtesten Steuern überhaupt. Denn wie bei allem, wenn es um das geliebte Auto geht, regt sich der „deutsche Michel“ über jede Erhöhung auf. Neben der Gebühr für die Zulassung des Fahrzeugs, kommt auf den Autobesitzer im Laufe der Jahre immer wieder die jährlich wiederkehrende KFZ-Steuer zu. Diese ist eine Pauschale und prinzipiell für jedes Fahrzeug im Straßenverkehr fällig. Somit also auch für Anhänger.

Hinweis: Die Gebühr für die Zulassung und / oder Abmeldung eines Fahrzeugs vom Straßenverkehr ist keine Steuer, sondern eine amtliche Gebühr. Auch wenn es für den KFZ-Halter nicht sofort ersichtlich ist, so ist dies juristisch gesehen ein großer Unterschied.

Eingeführt wurde die KFZ-Steuer in Deutschland bereits 1906 und ist somit – anders als viele denken – keine Kriegssteuer des 1. oder gar 2. Weltkriegs. Mittels einer Formel wurde 1906 die steuerlich zu berücksichtigenden Steuer-PS ermittelt, welche nicht unbedingt mit den Leistungs-PS übereinstimmten.

In den folgenden Jahren wurde die KFZ-Steuer bereits 1933 und 1922 jeweils angepasst, bzw. die Steuern erhöht. Schon damals waren Kleinkrafträder (ähnlich dem heutigen Mofa) von der KFZ-Steuer bemessen. Allerdings waren Kleinkrafträder damals nicht genau definiert, so dass es häufig individuell Ermessenssache war. Auch 1928 wurde die KFZ-Steuer erneut geändert und nun verbindlich für Krafträder und Kraftwagen eingeführt, bzw. viele Regeln mit Normen ausgestattet.

Die aktuelle KFZ-Steuer (Fassung von 200) ist eine Bundessteuer gemäß des Grundgesetzes und nicht zweckgebunden. Die Steuern werden vom Bundesministerium für Finanzen verwaltet, jedoch treuhänderisch vom Zoll eingezogen. Das Finanzamt ist inzwischen nicht mehr für die KFZ-Steuer zuständig, wodurch das Finanzamt erheblich Personal einspart.

KFZ Steuer RechnerSteuerpflichtig sind übrigens alle inländischen Fahrzeuge, sowie ausländischen Fahrzeuge während des (dauerhaften) Aufenthalts in Deutschlands. Auch für widerrechtlich benutzte Fahrzeuge ist eine KFZ-Steuer fällig. Weiterhin müssen für Oldtimer (sogenannte H-Kennzeichen) Steuern bezahlt werden, wobei hier einige Änderungen zu beachten sind.
Unter dem Begriff „Fahrzeug“ definieren die Straßenverkehrsämter „alle nicht schienengebundenen Fahrzeuge und Fahrzeuganhänger“. Prinzipiell ist damit fast jedes Fahrzeug in Deutschland steuerpflichtig. Die Bemessung der Steuer erfolgt dabei je nach dem ob es sich um ein Auto, Wohnmobil oder LKW handelt, nach einer bestimmten Formel. Für Fahrzeuge gilt zum Beispiel, dass der Hubraum und der Schadstoffemissionen für die Steuereinteilung entscheidend sind. Durch Nachrüstung lassen sich daher oftmals 200 bis 300 Euro Steuern pro Jahr sparen.

 

Hinweis: Steuerrechtlich gesehen gelten Quads und Trikes nicht als Motorrad, sondern als Auto. Damit fallen in der Regel höhere Steuern an. Die Rechtssprechung des Bundesfinanzhofs ist jedenfalls für die Finanzverwaltung rechtlich nicht bindend, so dass die Finanzverwaltung eigene Entscheidungen treffen kann. Der Widerspruch, bzw. der Klageweg besteht allerdings immer.

 

Während der Jahre wurden die Regeln immer weiter angepasst und verschärft, so dass eine Übersicht der Steuern, bzw. steuerlichen Berechnung nur in tabellarischer Form sinnvoll ist. Wer heute zum Beispiel ein Euro-1-Fahrzeug fährt, verschenkt bares Geld. Denn durch eine Nachrüstung mittels eines Kaltlaufreglers kann das Fahrzeug Euro 2, bzw. Euro 3 erreichen. Auch ein Diesel kann durch den Austausch des Katalysators bessere Werte erreichen und damit steuerrechtlich günstiger eingestuft werden.

Elektrofahrzeuge werden zur Zeit für 5, bzw. 10 Jahre von der Steuer befreit. Diese Subvention soll den Kauf von Elektrofahrzeugen anregen. Bisher bleibt der Erfolg allerdings aus. Nach der Subventionszeit folgt die zweite Subventionsrunde, denn Elektrofahrzeuge werden lediglich mit 50 % der „normalen“ Kraftfahrzeuge besteuert.

Bei Anhängern beträgt die zurzeit gültige Steuer 7,46 € je angefangene 200 Kilogramm (zulässiges Gesamtgewicht). Zur Zeit liegt der Höchstbetrag bei 373 Euro (10 Tonnen zulässige Gesamtlast). Soll der Hänger von der Steuer befreit werden, gibt es grüne Kennzeichen für Fahrzeuge und Hänger aus der Landwirtschaft.

Wer regelmäßig Sportgeräte transportiert (Boote), kann ebenfalls ein grünes Kennzeichen erhalten. Allerdings dürfen mit dem Hänger dann nur Sportgeräte transportiert werden, da der Fahrzeugbesitzer sich sonst wegen Steuerhinterziehung strafbar macht. Aus diesem Grund sieht man öfters Pferdeanhänger mit grünen Kennzeichen, wobei diese oftmals verbotenerweise für Umzüge und Transporte aller Art eingesetzt werden.

Wichtig: Sowohl bei PKW, als auch LKW (und sonstigen Fahrzeugen) wird die KFZ-Steuer immer auf volle Euro abgerundet. So hat der Fahrzeugbesitzer eine Ersparnis von maximal 99 Cent pro Jahr, da hier die mathematische Rundung nicht gilt.

Neben den bisher genannten Ausnahmen bietet das Gesetz eine Reihe von weiteren steuerrechtlichen Ausnahmen. Sowohl Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und ähnliche Dienste sind von der KFZ-Steuer ausgenommen. Auch forstwirtschaftliche Fahrzeuge und KFZ-Fahrzeuge von Personen mit Behinderung können unter Umständen von der Steuer befreit werden. Dazu sind jeweils spezielle Nachweise erforderlich. Auch darf zum Beispiel das Auto eines körperlich Eingeschränkten nur noch für den Transport des Eingeschränkten, bzw. für Besorgungen für ihn, verwendet werden. Es ist daher ratsam, sich vorher genau zu überlegen, ob man das Fahrzeug auf eine eingeschränkte Person anmeldet, denn nur zu schnell wird aus dem steuerrechtlichen Vorteil eine Hürde im Alltag.

Oldtimer zahlen in Deutschland eine Steuerpauschale von 191,73 € je KFZ, bzw. 46,02 € je Motorrad. Im Gegenzug gibt es so genannte H-Kennzeichen. Bei diesem gibt es am Ende der Nummer ein „H“. Im Gegenzug gewähren viele Versicherungen starke Nachlässe bei der Prämie. Weiterhin dürfen mit Oltimern auch in Umweltzonen ohne Strafe gefahren werden.

Allerdings darf nicht jedes Auto als Oldtimer angemeldet werden. Neben dem – mehr oder weniger – Originalzustand bedarf es einer Prüfung durch einen Sachverständigen (rund 100 € für KFZ), damit das Auto als „Kulturgut“ eingestuft wird. Des Weiteren muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein, wobei man überlegt, dass das Mindestalter auf 20 bis 25 Jahre herab gesenkt wird.

 

Wissenswert: Wer als eingeschränkte Person ein Fahrzeug anmelden will, benötigt eine Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent, bzw. 100 Prozent. Je nachdem gibt es eine Ermäßigung i. H. v. 50 Prozent oder einen generellen Erlass. Weiterhin hat man die Möglichkeit, ersatzweise eine (kostenfreie!) Fahrberechtigung für den Nahverkehr zu beantragen.

 

Die KFZ-Steuerpflicht endet im Übrigen offiziell mit der Abmeldung des Fahrzeugs. Wichtig ist hierbei, dass die Steuer immer für volle Monate erhoben wird. Gerade bei älteren Fahrzeugen lohnt es sich daher zu prüfen, wann man das Fahrzeug abmeldet. Denn wer das Fahrzeug 11 Monate und 1 Tag angemeldet lässt, zahlt dennoch 12 volle Monate.

Weiterhin muss das Fahrzeug mindestens einen Monat bezahlt werden (steuerlich). Auch wenn es weniger genutzt wird. So möchte die Zulassungsstelle, bzw. die abrechnende Behörde (Zoll) den Verwaltungsaufwand minimieren, bzw. die Kosten ausgleichen. Im Falle des Diebstahls ist es wichtig, dem Straßenverkehrsamt eine eidesstattliche Versicherung auszuhändigen, bzw. die polizeiliche Anzeige. In diesem Fall endet die Steuerpflicht ebenfalls (mit der Bestätigung), bzw. es kann eine Steuerrückerstattung beantragt werden.